Worauf Sie bei der Wohnungsbesichtigung achten sollten

Nicht alle Immobilienmakler sind seriös. Vielen kommt es nur darauf an, möglichst schnell zum Erfolg (zur Provision) zu kommen.

Damit Sie gut vorbereitet zu Ihrem Besichtigungstermin erscheinen, hier einige Tipps von Hubert Hammerl:

Portrait Hubert

1. Entscheidend für eine hohe Wohnqualität ist die Ausrichtung der Wohnung!

Ob die vom Makler angepriesene Wohnung auch tatsächlich nach Süd-West gerichtet ist (nicht immer scheint die Sonne), überprüfen Sie am besten mit einem Kompass. Fast jedes Handy hat heute so eine App. Mogelt der Makler schon hier, dann wird er auch im weiteren Verlauf „flunkern“.

2. Achten Sie bei Ihrer Wohnungs- bzw. Hausbesichtigung auf den Zeitpunkt!

Treffen Sie sich an einem Sonntag oder in den Ferien mit Ihrem Makler, dann kann es auch in einer sonst sehr verkehrsreichen Straße angenehm ruhig sein. Gehen Sie nach dem offiziellen Besichtigungstermin noch an anderen Wochentagen und zu anderen Tageszeiten zu Ihrem künftigen Traumhaus.

3. Lassen Sie sich mit Ihrer Entscheidung Zeit!

Sie können davon ausgehen, dass Sie nicht die einzigen Interessenten sind. Hat der Makler am selben Tag noch weitere Termine für genau Ihre Wunschimmobilie und kann sich darum nicht genug Zeit für Sie nehmen? Dann empfehle ich Ihnen die Immobilie ein weiteres Mal zu besichtigen. Kommen Sie nochmals, um Ihr Objekt in Ruhe in Augenschein zu nehmen.

4. Überlegen Sie sich gut, ob Sie sich eine Wohnung ohne Stellplatz kaufen wollen – auch wenn Sie kaum oder nie mit dem Auto fahren!

Nach Feierabend sind Parkplätze in der Stadt rar und es macht keinen Spaß ewig im Kreis zu fahren, bis das Auto endlich geparkt ist. Selbst wenn Sie keinen benötigen, dann sprechen trotzdem zwei Gründe dafür, Wohnung und Stellplatz zu kaufen. Erstens: Die Wohnung lässt sich leichter wieder verkaufen (Sie wissen nicht, was in zehn Jahren ist, aber Sie wissen, dass es in Zukunft immer mehr Autos geben wird). Zweitens: Durch die Vermietung Ihres Stellplatzes können Sie beispielsweise Ihre Nebenkosten wieder hereinbekommen.

5. Besonders beliebt bei Immobilienmaklern ist es, mehreren Interessenten gleichzeitig eine Wohnung zu zeigen (Stichwort: offene Besichtigung)!

Viele Teilnehmer steigern den Wettbewerb. Bei einer so genannten offenen Besichtigung möchte der Makler eine schnelle Entscheidung der Interessenten erzeugen. Ein guter Makler nimmt sich für seine Kunden Zeit und vereinbart einen Besichtigungstermin nur mit Ihnen.

6. Nehmen Sie zu Ihrem Besichtigungstermin einen Stadtplan mit!

Ist in der nähren Umgebung eine Kläranlage oder Mülldeponie? Oder liegt Ihr Wunschhaus gar in der Einflugschneise des Flughafens? Alles nicht gerade attraktiv für Ihr künftiges Wohndomizil.

7. Wenn Ihnen der Immobilienmakler eine Wohnung mit freiem Blick über eine grüne Wiese anbietet, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn wenige Monate später die Bagger anrollen!

Plötzlich steht nach wenigen Monaten ein schattenspendender Wohnblock in direkter Nachbarschaft. Fragen Sie bei der Gemeinde nach, ob das Grundstück unter oder vor Ihnen im Flächennutzungsplan als Bauland ausgewiesen ist oder nicht.

8. Wer möchte nicht am Wasser wohnen? Ein kleiner Bach in Grundstücksnähe ist doch was feines!

Hat Ihnen der Immobilienmakler auch gesagt, dass aus einem kleinen Bach schnell ein reißender Fluss werden kann? Hat man Ihnen gesagt, dass der Keller durch das letzte Hochwasser geflutet wurde? Informieren Sie sich bei den Nachbarn einerseits, aber auch bei der Gemeinde nach den Hochwasserschutzplänen.

9. Bei angebotenen Bestandsimmobilien stellen Sie dem Immobilienmakler folgende Fragen:

Wann wurde das Dach das letzte Mal neu gedeckt? Wie alt sind die Rohrleitungen und aus welchem Material sind sie? Wie sieht es mit der Wärmedämmung aus (Energieausweis)?

10. Was hatten Sie schon für Erlebnisse mit Ihrem Immobilienmakler?

Schreiben Sie mir bitte. Ich denke, die Liste wird noch länger…